Lars-Holger Thümmler

Der Wandel im Umgang mit den Kriegerdenkmälern in den östlichen Bundesländern Deutschlands seit 1990
(In: Jahrbuch für Pädagogik 2003, Frankfurt/ Main 2003, S. 221 - 243.)

Nach der Wende 1989 erweiterte sich das historische Blickfeld vieler Menschen in der nunmehr ehemaligen DDR von den vorgeschriebenen ideologisch definierten Memorial- und Gedenkstätten auch auf die Denkmäler deutscher Geschichte, die nicht zu den selbstgewählten Traditionen des Staates gezählt wurden. Dies ist Teil eines neuen Selbstbewußtseins in der privaten Geschichtsrezeption, die auch die Wiederentdeckung regionaler Geschichte ermöglicht, so z. B. die Besinnung auf die ehemaligen Regionalstaaten wie Preußen, Mecklenburg, Sachsen usw. und sich in der Folge in der Gründung zahlreicher Geschichts- und Heimatvereine manifestierte. Zwar hatte es in der DDR seit Beginn der 80er Jahre bereits eine Diskussion über „Erbe und Tradition“ gegeben und wurde mit der Wiederaufstellung des Denkmals Friedrich des Großen Unter den Linden in Berlin 1980 eine erste Liberalisierung im Umgang mit der Geschichte öffentlich spürbar , doch waren die Grenzen dieser neuen Betrachtung weiterhin sehr eng. Die nach der Wende plötzlich eingetretenen neuen Möglichkeiten im Umgang mit Geschichte einerseits und die neue Form von „political correctness” andererseits, führten vielerorts zum Abbau von Denkmälern und Denktafeln, noch häufiger zu Straßenumbenennungen. Dies betraf allerdings nur Denkmäler, die nach 1945 errichtet wurden. Natürlich geschah dies nicht ohne Proteste der SED/ PDS-Anhängerschaft, von Antifa-Gruppen und Interessensverbänden wie der VVN oder betroffenen Bürgern. Sie blieben oft ungehört.
Gleichzeitig begann vielerorts die Diskussion über die Wiedererrichtung von Denkmälern, die in der Zeit des Nationalsozialismus oder der Zeit der DDR abgebaut worden waren. Soweit es sich um Denkmäler für Personen oder Ereignisse aus dem geistig-kulturellen Leben handelte, gestaltete sich die Debatte verhältnismäßig unkompliziert. Zu harten Kontroversen kam es jedoch mit Sicherheit, handelte es sich um Denkmäler mit militärischem Hintergrund. Verwiesen sei nur auf die Wiederaufstellung der preußischen Generale aus den Befreiungskriegen in Berlin Unter den Linden, um die es trotz ihrer großen kulturhistorischen Bedeutung heftigen Streit gab.
Die nach der Wende wieder einsetzende Anteilnahme des Staates an der christlichen Totenehrung, die es in der DDR nicht gab, ließ auch die Bedeutung und Beachtung von Kriegerdenkmälern und insbesondere deutschen Soldatenfriedhöfen neu aufleben. Beispiel sei der Soldatenfriedhof mit über 22000 Gefallenen des 2. Weltkrieges in Halbe. Die Tätigkeit des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberführsorge nun auch in den östlichen Bundesländern half, auf diese Stätten des Gedenkens aufmerksam zu machen und Maßnahmen zu ihrem Schutz, ihrer Restaurierung und Pflege einzuleiten. 

Kriegerdenkmäler als besondere Gruppe der militärischen Denkmäler

Der Begriff Kriegerdenkmäler wird oft zusammenfassend für alle Denkmäler und Denkstätten mit militärischen Zusammenhängen gebraucht. Eingeschlossen werden dabei die Soldatenfriedhöfe oder einzelne Soldatengräber. Diese sind eher als Friedhöfe und Grabdenkmäler zu betrachten, nicht jedoch als Kriegerdenkmäler. Zwar gibt es mitunter Kombinationen, z. B. wenn ein Kriegerdenkmal auf einem Friedhof steht, doch ist ein Kriegerdenkmal als solches keine Grabstätte oder mit einer solchen verbunden.
Die Kriegerdenkmäler wiederum lassen sich in zwei Gruppen einteilen. Die eine Gruppe umfaßt alle Denkmäler in Erinnerung an Schlachten, Gefechte und Heerführer, also an Ereignisse und herausragende Personen. In ihrer Mehrzahl sind sie im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert entstanden. Zu ihnen zählen die Nationaldenkmäler. Das größte ist auf dem Gebiet der ehemaligen DDR das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig, aber auch das Kreuzbergdenkmal und die Siegessäule in Berlin gehören dazu. Weiterhin umfaßt die Gruppe alle Denkmäler für Schlachten und Gefechte vom Bauernkrieg über den Dreißigjährigen Krieg, den Siebenjährigen Krieg bis hin zu den zahlreichen Denkmälern in Erinnerung an die Befreiungskriege. Es sind dies vor allem jene Kriege, die in dieser Region stattgefunden haben. Schließlich gehören die zahlreichen Denkmäler zu Ehren von Personen dazu, wie die Denkmäler des Prinzen Louis Ferdinand bei Saalfeld, des russischen Generals aus den Befreiungskriegen Prinz Eugen von Württemberg in Krietzschwitz, Landkreis Pirna, des Schwedenkönigs Gustav Adolf bei Lützen, der preußischen Generale aus den Kriegen des 18. und 19. Jahrhunderts in Berlin oder des Feldmarschalls Blücher in Rostock, um nur einige wenige zu nennen.
Diese Denkmäler standen in ihrer Mehrzahl auch in der Zeit der DDR. Sie sind nicht selten von namhaften Bildhauern geschaffen worden oder nehmen eine hervorragende Rolle im Stadtbild ein und haben somit hohen kulturhistorischen Wert. Je nachdem wie sehr die Person oder das Ereignis in die Traditionspflege der DDR paßte, wurden die jeweiligen Denkmäler gepflegt, geehrt oder genutzt. Der Umgang mit diesen Denkmälern nach 1990 war unproblematisch, sofern es nötig war und die Gelder bereitgestellt werden konnten, erfuhren sie oftmals sogar eine Restaurierung. Erleichternd für den Umgang, die Erhaltung und Pflege dieser Denkmäler erweist sich bis heute, daß die meisten von ihnen unter Denkmalschutz stehen.
Hinter all diesen Denkmälern steht eine Überlegung, die durchaus als Umwertung betrachtet werden kann. Unabhängig von ihrer ursprünglichen Aussage werden sie heute, und um so größer sie sind um so mehr, als Touristenziele und somit unter wirtschaftlichen Aspekten betrachtet. Mit dieser Begründung sind wiederum Mittel von den Ländern, dem Bund bis hin zu Europageldern zu bekommen, die zumindest für die politischen Entscheidungsträger von hoher Bedeutung sind. Dieser Wandel von der vorrangig ideologischen Bedeutung, was immerhin eine inhaltliche Beschäftigung mit dem Denkmal voraussetzte, hin zur Frage nach dem Geld vor den Fragen nach dem Inhalt, der Aussage und Bedeutung, ist ein wesentliches Merkmal des Wandels nach 1990.
Allerdings lassen sich regionale Unterschiede zwischen Dorf, Kleinstadt und Großstadt feststellen. Je kleiner die Gemeinde ist, um so mehr Akzeptanz findet ein Denkmal. Beispiele seien die Gemeinden Großbeeren und Hakenberg, in ersterer der Gedenkturm für die Schlacht bei Großbeeren 1813, in der anderen der Gedenkturm für die Schlacht bei Fehrbellin 1675. Beide Objekte werden nicht in Frage gestellt. Allerdings war die Sanierung der Objekte nur durch Fördermittel durch das Land und Spenden der Bevölkerung und ortsansässigen Firmen möglich und hat schließlich bis in die Jahre 2001/2002 gedauert.
In den Kleinstädten haben Denkmäler zwar noch eine hohe Akzeptanz, doch entspringt spätestens bei der Frage der Finanzierung der Streit. Gern werden dann ideologische Argumente bemüht, um das eine oder andere zu erreichen. Im Fall Oranienburg wird das noch exemplarisch erläutert werden.
Besonders vielfältig sind die Meinungen in den Großstädten. Eine hohe Organisation der einzelnen Interessensgruppen und ihre große Anzahl machen eine Diskussion über jedes Denkmal, mitunter sogar landesweit, unvermeidlich. Die direkt betroffenen Bürger oder Anwohner finden nur dann Gehör, wenn sie sich ihrerseits zu Bürgerinitiativen vereinen.
Erinnert sei nochmals an die Wiederaufstellung der Generale aus den Befreiungskriegen in Berlin Unter den Linden, im Zusammenhang mit der Diskussion um die Neugestaltung der Neuen Wache und in Teilen auch an die Diskussion um den Wiederaufbau des Schlosses.

Die zweite Gruppe der Kriegerdenkmäler, und hier im Mittelpunkt der Betrachtung stehende,
umfaßt die regionalen Kriegerdenkmäler zum Gedenken an die Gefallenen, Soldaten wie Offiziere, in den Kriegen. Sie treten zahlenmäßig am häufigsten auf und finden oder fanden sich in fast jedem Ort , ihr regionaler Bezug ist charakteristisch für sie. In der Regel sind auf diesen Denkmälern die Gefallenen des Ortes oder der Gemeinde namentlich genannt. Weiterhin wurden Kriegerdenkmäler von Mitarbeitern vorrangig staatlicher Institutionen für ihre gefallenen Kollegen gestiftet. Es gibt Denkmäler und Denktafeln in Schulen und Seminaren für gefallene Lehrer und Schüler, für kommunale und staatliche Bedienstete wie Straßenbahner, Eisenbahner und Förster, um nur einige Beispiele zu nennen.
Einen Sonderfall stellen die Regimentsdenkmäler dar, die von einzelnen Regimentern oder Truppenteilen zum Gedenken an die Gefallenen des Regiments aufgestellt wurden. Zwar sind oftmals auch die die Gefallenen namentlich verzeichnet gewesen, doch sind diese Denkmäler einerseits überregional und andererseits gleichzeitig Memorialdenkmäler für die Regimenter.

Die ersten Kriegerdenkmäler nach 1813

Das Auftreten von Kriegerdenkmälern als massenhafte Erscheinung ist eng an die Entstehung der bürgerlichen Gesellschaft gebunden. Gab es bis zum Ende des 18. Jahrhunderts in verhältnismäßig geringer Zahl vorrangig militärische Einzeldenkmäler für bedeutende Heerführer, Offiziere oder Ereignisse, änderte sich dies mit dem Auftreten von Volksheeren in der Folge der französischen Revolution.
In Preußen war dies die Zeit der Befreiungskriege 1813 - 1815. Durch das bürgerliche Reformwerk von 1808 - 14/16 und hier besonders durch die Heeresreform konnte erstmals in der Geschichte ein von breiten Massen getragenes Heer zur Verteidigung des Vaterlandes aufgestellt werden. Dies zeigte sich nicht nur an der erstmals auftretenden Erscheinung von Kriegsfreiwilligen aus allen Teilen der Bevölkerung und ihrer beachtlichen zahlenmäßigen Stärke, sondern auch an der großen Anteilnahme des Volkes am Schicksal des Vaterlandes und seiner Krieger, an umfangreichen Spenden und aufopferungsvoller Krankenpflege.
Nachdem Friedrich Wilhelm III. am 10. März 1813 mit der Stiftung des Eisernen Kreuzes erstmals einen Orden schuf, dessen Verleihung unabhängig von Stand und Dienstgrad war, also erstmals auch dem einfachen Soldaten verliehen werden konnte, erließ er am 5. Mai 1813 die „Verordnung über die Stiftung eines bleibenden Denkmahls für die, so im Kampfe für Unabhängigkeit und Vaterland blieben.“ In ihr heißt es u. a.:
„§. 1. Jeder Krieger, der den Tod für das Vaterland in Ausübung einer Heldenthat findet, die ihm nach dem einstimmigen Zeugniß seiner Vorgesetzten und Kameraden den Orden des eisernen Kreuzes erworben haben würde, soll durch ein auf Kosten des Staats in der Regimentskirche zu errichtendes Denkmahl auch nach seinem Tode geehrt werden.

§. 3. Außerdem soll für a l l e, die auf dem Bette der Ehre starben, in jeder Kirche eine Tafel auf Kosten der Gemeinden errichtet werden, mit der Aufschrift:
Aus diesem Kirchspiele starben für König und Vaterland:
Unter dieser Aufschrift werden die Namen aller zu dem Kirchspiel gehörig gewesenen Gefallenen eingeschrieben. Oben an die, welche das eiserne Kreuz erhalten, oder desselben würdig gewesen wären.“
Damit waren erstmals auch einfache Soldaten denkmalwürdig. Die Beweggründe für diese Stiftung liegen auf der Hand, nämlich zu zeigen, daß der Staat fernerhin derer gedenkt, die ihre Pflicht für ihn getan haben und zukünftig tun werden. Dabei ist der Ort der Denktafeln und der Text keinesfalls zufällig, sondern entspricht durchaus dem Leitmotiv der Befreiungskriege „Mit Gott für König und Vaterland.“
Ab 1816 wurden diese Denktafeln, meistens aus Holz, worauf die Namen der Gefallenen gemalt waren, in fast allen Kirchen Preußens angebracht. Die Kosten der Tafeln hatten im übrigen die Gemeinden selbst zu tragen.
Die Gefallenen der Jahre 1806/07 und des Rußlandfeldzuges 1812 erhielten hingegen keine Denkmäler. In Preußen wurde das Gedenken besonders an die katastrophale Niederlage von 1806 offiziell und privat vollkommen ausgeblendet.
In den anderen deutschen Kleinstaaten gab es nach den Befreiungskriegen ebenfalls eine Kriegerehrung, wenn auch nicht so flächendeckend. Da sie lange im Rheinbund an der Seite Napoleons gekämpft hatten und in den Befreiungskriegen selbst auch nicht annähernd den Beitrag geleistet hatten wie Preußen, bezieht sich das Gedenken meist nicht nur auf die Zeit 1813/15, sondern schließt die Rheinbundzeit seit 1807 ein. Die Verluste der meisten Rheinbundstaaten waren in den Feldzügen in Spanien und Rußland 1808 - 1812 ohnehin um ein vielfaches höher gewesen, als in den dann folgenden Feldzügen der Befreiungskriege 1813 - 1815. Dies betrifft besonders die beiden Mecklenburgischen und die Thüringischen Herzogtümer. Das Königreich Sachsen hingegen war bis zuletzt an Napoleons Seite verblieben, wurde dann zeitweilig unter russische Verwaltung gestellt und mußte schließlich 1815 fast die Hälfte des Landes an Preußen abtreten. Bis heute wird in Sachsen die napoleonische Epoche wesentlich mehrschichtiger betrachtet als in anderen Ländern und eine nach wie vor große Sympathie für Napoleon ist allerorts spürbar. Die Napoleoneichen, Denktafeln in Erinnerung an Napoleons Anwesenheit usw. kommen zahlreich vor und werden bis heute gepflegt. Natürlich hängt das auch wesentlich damit zusammen, daß Sachsen Schauplatz zahlreicher Schlachten des Entscheidungsjahrs 1813 war, mit dem Höhepunkt der Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober 1813. Dadurch ergibt sich ein anderes Gesamtbild der Denkmale für diese Zeit in Sachsen als in den anderen Ländern. Es gibt weniger Sieges- und Ehrendenkmale, dafür bei weitem mehr Ereignisdenkmale und sogar Denkmale für gefallene französische Generale.

Die Kriegerdenkmäler der deutschen Einigungskriege 1864 - 1870/71

War in den Befreiungskriegen der König sozusagen der Auftraggeber der Kriegerehrung, bedurfte es nach den deutschen Einigungskriegen 1864 - 1870/71 dieses Anschubs nicht mehr. Die ursprünglich seit den 30er Jahren entstandenen Kriegervereine der Veteranen der Befreiungskriege bildeten die Basis für ein nach den Einigungskriegen flächendeckend und gut organisiertes Netz von Kriegervereinen. Diese Vereine und die Gemeinden waren nunmehr fast ausschließlich die Initiatoren der in zahlreichen Orten entstehenden Kriegerdenkmäler für die Gefallenen der Feldzüge von 1864, 1866 und 1870/71. Die Kosten wurden durch Spenden und Zuschüsse der Gemeinden zusammengebracht. Natürlich war die Errichtung dieser Denkmäler jeweils genehmigungspflichtig. In der Regel geschah dies durch die örtlichen Land- bzw. Stadträte. Das Grundstück wurde ebenfalls von der Gemeinde oder auch von der Kirche zur Verfügung gestellt.
Die ersten Kriegerdenkmäler für die Gefallenen der Deutschen Einigungskriege entstanden bereits 1872. Jedoch wurde nicht in jedem Ort eines errichtet. Dies hing u. a. damit zusammen, daß nicht in jedem Ort Opfer zu beklagen waren. Nicht selten übernahm dort ein Kaiser-Wilhelm- oder Bismarck-Denkmal die Funktion des Siegesdenkmals. Denn zentrales ikonographischen Motiv ist der Sieg und das Gedenken an die Krieger, die ihr Leben gaben. Die Errichtung der Kriegerdenkmäler war offensichtlich von der jeweiligen örtlichen Situation bestimmt. Dazu zählte vor allem die Bedeutung des Kriegervereins, die Möglichkeit, das nötige Geld zu beschaffen, die Einstellung der Gemeinde oder des Stadtrates zu einem solchen Denkmal und Herkunft bzw. Zeitpunkt der Initiative für den Denkmalsbau. Dies wäre jeweils im Einzelfall zu untersuchen. Auf Grund dieser Unterschiede variiert die Zeit der Aufstellung eines solchen Denkmals erheblich und zieht sich im Einzelfall bis 1913 hin, dem Jahr der 100-Jahr-Feier der Befreiungskriege und Vorabend des Ausbruchs des 1. Weltkrieges 1914. Die Mehrzahl der Denkmäler sind jedoch in den 80er und 90er Jahren des 19. Jahrhunderts errichtet worden.
Bereits nach 1873 entstand ein Markt für Bauteile solcher Denkmäler, was die Errichtung erheblich erleichterte und verbilligte, aber auch eine gewisse Gleichförmigkeit zur Folge hatte. Es lassen sich einige Grundformen konstatieren, wie die Säule, den Findling, den Löwen, den Krieger, die Germania und einige Grundelemente wie das Eiserne Kreuz, den Adler, die Kugel, um nur einige zu nennen, die immer wieder auftreten. Natürlich schwankt dementsprechend auch der Preis dieser Denkmäler zwischen 2000 und 30000 Reichsmark, in Einzelfällen noch mehr. Einige Bildhauer haben sich auf die Anfertigung der Kriegerdenkmäler spezialisiert, beispielsweise Professor Max Wiese, von dem Kriegerdenkmäler in Schlesien und Brandenburg nachweisbar sind. Gleich den Denktafeln der Befreiungskriege gehörte zu den Denkmälern für 1870/71 fast ausnahmslos eine namentliche Liste der Gefallenen.
Waren die Tafeln der Befreiungskriege in den Kirchen eher Orte stillen Gedenkens, wandelte sich dies mit den Kriegerdenkmälern im öffentlichen Raum und an meist sehr exponierten Standorten wie dem Dorfanger vor den Kirchen und dem Marktplatz vor dem Rathaus. Bereits die Weihe des Denkmals wurde mit großem Pomp veranstaltet. Alte Fotos zeigen eine große Menschenmenge, die einzelnen Vereine in Reih und Glied angetreten und Fahnen tragend, dazu eine Musikkapelle. Das Zeremoniell trug oftmals durchaus militärischen Charakter. In den Folgejahren diente das Denkmal zu den jährlich wiederkehrenden Festtagen als Ort patriotischer Feste, so zum Sedantag oder Kaisergeburtstag.

Die Kriegerdenkmäler des 1. Weltkrieges

Nach dem 1. Weltkrieg ging die Denkmalsinitiative wiederum überwiegend von den Krieger- und Regimentsvereinen aus. Sie wurden nun flächendeckend ausgeführt, kaum ein Ort, der über kein derartiges Denkmal verfügte. Im Gegensatz zu den vorerwähnten Kriegen waren die Verluste im 1. Weltkrieg ungleich höher und es gab kaum eine Familie, die nicht einen Verlust zu beklagen oder zumindest ein Mitglied der Familie vorzuweisen hatte, das am Krieg teilgenommen hatte. Im Gegensatz zu den früheren Kriegen war der 1. Weltkrieg nicht glorreich gewonnen worden und die überlebenden Krieger nicht selten traumatisiert aus den Schützengräben des Stellungskrieges und der Materialschlachten zurückgekehrt. Wie unterschiedlich das Erleben des Weltkrieges empfunden wurde, läßt sich leicht in der Gegenüberstellung der Werke von Ernst Jünger „In Stahlgewittern“ und Erich Maria Remarque „Im Westen nichts Neues“ erkennen.
Im Gegensatz dazu ist die Aussage der Denkmäler relativ einseitig. Sie sollen den Hinterbliebenen die Sinnhaftigkeit des Todes ihrer Angehörigen bestätigen. Im Gegensatz zu den „Siegesdenkmälern“ von 1870/71 wird in Semantik und Ikonographie das Heldentum und Opferbereitschaft der Soldaten zum Ausdruck gebracht. Die Niederlage wird so oftmals zum Sieg, immerhin war die Armee im Felde unbesiegt. Nicht zuletzt weil die Stifter die Kriegervereine waren, haftet den Kriegerdenkmalen ein unverhohlener Revanchismus an.
Dies wurde auf zwei Wegen erreicht. Einmal, durch ein neues Denkmal mit entsprechenden Inschriften und Symbolen, die andere, subtilere Form war die Verknüpfung der mit dem Denkmal des Sieges von 1870/71, das einfach mit Tafeln der Gefallenen des Weltkrieges ergänzt wurde. Sicher kann das auch einen praktischen, man brauchte keinen neuen Standort, oder finanziellen Hintergrund gehabt haben, an der Aussage ändert sich dadurch nichts.
In der Gestaltung der Denkmäler wandeln sich die Symbole. Der preußische Adler tritt seltener auf, er wird ersetzt von Stahlhelm und Handgranate. Erstmals werden auch Frauen dargestellt. Damit wird bewußt die Nähe zur Familie gesucht, was sich auch in den Texten widerspiegelt. War 1813 die Formel „… starben für König und Vaterland“ festgelegt, überwog 1870/71 die Bezeichnung der „tapferen Krieger“, so wandelte sich dies nach dem 1. Weltkrieg hin zu den „Helden“, „Vätern“, „Söhnen“ und kombiniert wurde dann daraus die „Heldensöhne“.
Bei der Betrachtung vieler Kriegerdenkmäler für den 1. Weltkrieg fällt eine große Ähnlichkeit auf. Die Serienfertigung von Kriegerdenkmälern ließ sich nicht unterbinden, auch wenn es Bestrebungen von seiten der Reichsregierung gab, dies zu verhindern. Allerdings oblag die Genehmigung von Kriegerdenkmälern den Ländern, verbindliche Gesetzlichkeiten gab es nicht, eingerichtete Landesberatungsstellen für Kriegerehrungen blieben weitgehend wirkungslos. Ein Problem ergab sich aus der großen Zahl der gefallenen Soldaten. Das Denkmal mußte groß genug sein, alle Namen zu fassen. Wo das nicht möglich war, kam es zu einer Zweiteilung von Denkmal einerseits und Gedenktafel andererseits. Diese Tafeln wurden dann in den örtlichen Kirchen aufgehängt. In anderen Fällen wurde eine ganze Denkmalsanlage geschaffen mit dem eigentlichen Denkmal in der Mitte und den Tafeln der namentlich genannten Toten ringsherum.
Auch in der Zeit bis 1945 waren die Kriegerdenkmäler Orte öffentlicher Festveranstaltungen. Nach der Einweihungsfeier wurden an Feiertagen wie zu Allerheiligen und dem Volkstrauertag und später dem Heldengedenktag sich jährlich wiederholende Kranzniederlegungen, Ehrenwachen usw. zelebriert.

Kriegerdenkmäler in der DDR

Nach dem 2. Weltkrieg wurde auf dem Gebiet der Sowjetischen Besatzungszone eine Vielzahl der alten Kriegerdenkmäler entfernt. Die Errichtung neuer Kriegerdenkmäler für die Gefallenen des 2. Weltkrieges schien fast unmöglich. Allerdings gab es auch kaum Interesse an einer Errichtung neuer Kriegerdenkmäler. Die alten Kriegerverbände gab es nicht mehr, neue Verbände ehemaliger Wehrmachtsangehöriger konnten sich nicht bilden, es fehlte also an Initiatoren. Die in der DDR verfolgten Traditionen waren die der antifaschistischen Widerstandkämpfer und die der Sowjetunion mit ihrer Roten Armee, die gegen die Wehrmacht gekämpft hatten. Außerdem waren die Menschen in der unmittelbaren Nachkriegszeit mit anderen Sorgen beschäftigt, als der nach der Errichtung von Kriegerdenkmälern. Nicht zuletzt die großen demographischen Veränderungen in der Bevölkerung ließen den Wunsch nach namentlichen Kriegerehrungen weniger aufkommen. Denn nicht nur in den Städten fanden große Bevölkerungsbewegungen statt, sondern auch auf dem Lande, wo die Dörfer unzählige Flüchtlinge aufnehmen mußten. Diese Flüchtlinge waren Fremde, hofften anfangs zurückkehren zu können und wurden auch nicht mit offenen Armen empfangen. Dementsprechend waren sie nicht an den örtlichen Kriegerdenkmalen aus den früheren Kriegen interessiert, was einen Abbau verschiedentlich erleichtert haben mag.
Bis 1989 sind nur sehr wenige Kriegerdenkmale für den 2. Weltkrieg entstanden. So z. B. in Berlin-Buchholz für die Gefallenen der katholischen Gemeinde. Überhaupt bot das Dach der Kirche die einzige Möglichkeit, Denkmäler für die Gefallenen des 2. Weltkrieges zu errichten. Vermutlich war dies auch nur in der unmittelbaren Nachkriegszeit möglich. Es steht aber noch eine genaue Untersuchung aus, die ein Gesamturteil darüber zuläßt. Dagegen entstanden unmittelbar nach Kriegsende eine Vielzahl von „Ehrenfriedhöfen und Ehrenmalen für die gefallenen Helden der Sowjetarmee“. 1960 werden bereits über 600 nachgewiesen.
Auf wessen Veranlassung die Entfernung der Kriegerdenkmäler nach 1945 geschah, ist im einzelnen schwierig nachzuweisen. Vorrangig verschwanden die Denkmäler auf Gemeindeland. Dagegen blieben viele Denkmäler auf Kirchenland erhalten. In vielen Orten gibt es niemanden mehr, der sich an den Abbau erinnert oder erinnern will. Dazu kommt, daß der Abriß von Kriegerdenkmälern oftmals in aller Stille erfolgte und insbesondere in der unmittelbaren Nachkriegszeit kaum Beachtung fand. Einen generellen Befehl zum Abriß von Kriegerdenkmälern scheint es jedoch weder von der sowjetischen Militäradministration noch später von seiten der Partei- oder Staatsführung gegeben zu haben. Die jeweils örtlichen Gegebenheiten und Personen entschieden über das Schicksal der alten Kriegerdenkmäler.
In den Städten machten die Kriegsschäden auch vor den Denkmälern nicht halt. All diese mehr oder weniger schwer beschädigten Denkmäler wurden abgerissen. Das gleiche Schicksal erlitten in der Regel die Kriegerdenkmäler, die an exponierter Stelle wie z. B. auf Marktplätzen standen. Eine übliche Verfahrensweise war auch, Denkmäler verfallen zu lassen oder nach und nach zu demontieren, bis der Abriß nicht mehr als solcher, sondern als Wegräumen von Trümmern erschien. Ein erster Schritt war die Entfernung der Inschriften und Symbole wie Adler, Kreuze und Stahlhelme. In den Großstädten konnten einzig in den Außenbezirken oder auf Friedhöfen stehende Kriegerdenkmäler teilweise die Zeit überdauern. In den Kleinstädten ging man etwas behutsamer vor. Allerdings läßt sich ebenfalls keine klare Linie erkennen, warum an einem Ort das Denkmal abgerissen wurde, am anderen jedoch nicht. Mitunter, so wie in Oranienburg, blieb das Denkmal für 1870/71 noch bis in die 60er Jahre stehen und wurde dann einfach durch ein anderes ersetzt. Ebenfalls kein klares Bild ergibt sich auf den Dörfern. Sehr stark scheint das Überleben oder der Abriß vom Standort und von einzelnen Personen abgehangen zu haben. Mitunter hat man nur die Tafel und Symbole abgenommen oder die Denkmäler von Pflanzen zuwachsen lassen. Zumindest fielen die Denkmäler in den Dörfer nicht auf, wenn sie noch vorhanden waren. Viele andere grub man einfach vor Ort ein, oder sie wurden abgebaut und verschwanden in den Scheunen der Bauern, um sie vor der Zerstörung zu retten. Auf diese Weise blieben einige der Denkmäler bis 1990 in ihren Teilen erhalten.
Im Gegensatz zu den Memorialdenkmälern wie dem Völkerschlachtdenkmal und allen anderen, die in die Tradition der DDR paßten, wurden keine Feste und Veranstaltungen an den Kriegerdenkmälern abgehalten. Nicht einmal die Gedenktafeln von 1813, dem „Nationalen Befreiungskrieg“, wie er genannt und zu den Traditionen der DDR gezählt wurde, fanden Beachtung. Ihr Standort in den Kirchen mag dazu beigetragen haben. Am Völkerschlachtdenkmal hingegen wurden Jubiläumsfeiern zur Wiederkehr des Jahrestags der Völkerschlacht, Fackelzüge der FDJ und Vereidigungen junger Soldaten der NVA durchgeführt. An den Denkmälern und Grabstätten Ferdinand von Schills, Adolf von Lützows und Theodor Körners wurden Kränze niedergelegt, um nur einige zu nennen, die der DDR-Tradition zugezählt wurden. Die Kriegerdenkmäler blieben höchstens Orte privater Trauer. Auch dies änderte sich nach 1990.

Der neue Umgang mit Kriegerdenkmälern nach 1990

Bei allen Unterschieden im Detail ähnelt sich der Umgang mit den Kriegerdenkmälern in allen untersuchten Fällen. Allerdings lassen sich größere Unterschiede feststellen, wenn man die Dörfer, Kleinstädte und Großstädte für sich betrachtet. Daher sollen drei Beispiele diese Unterschiede deutlich machen.
Die erneute Denkmalinitiative ging meist entweder von einem Heimat- oder Geschichtsverein, von Einzelpersonen aus oder war Teil der Neugestaltung des Ortes. Oft stellte sich in Form der Finanzierung das größte Problem. Sie wurde gelöst über einen Anteil der Gemeinde, Fördermittel vom Kreis oder Land und Spenden, wobei nicht immer jeder Anteil vorhanden war. In einigen Fällen konnte trotz des Willens die finanzielle Frage noch nicht gelöst werden. In anderen Fällen gab es keine Initiative zur Wiedererrichtung oder Sanierung des Denkmals, denn längst nicht jedes Kriegerdenkmal ist saniert oder neu aufgestellt worden.
Im Gegensatz zu den Erinnerungsdenkmalen und den Sowjetischen Ehrenmalen, letztere sind per Vertrag und Gesetz ausdrücklich geschützt, stehen die Kriegerdenkmale nicht unter Denkmalschutz. Damit sind einerseits der Schutz und die Pflege nicht zwingend, andererseits steht der Um- und Neugestaltung nichts im Wege.
Das gewachsene Interesse an den Kriegerdenkmälern bezeugt auch die wachsende Anzahl von Publikationen. Die vielerorts entstandenen Heimatvereine wenden sich mehr und mehr diesem Thema zu.  Es entstanden erste Bestandsaufnahmen, so z. B. in Thüringen , Brandenburg  und Berlin.  In vielen der bisher erschienenen Schriften stehen jedoch kunsthistorische Aspekte im Mittelpunkt der Betrachtung.
Im folgenden sollen drei Beispiele den typischen Umgang mit den Kriegerdenkmälern nach 1990 zeigen. Die Auswahl erfolgte einerseits nach vorhandener Informationsdichte, andererseits in Hinsicht auf die unterschiedliche Bedeutung und Reflektion der Denkmäler in einer Großstadt, einer Kleinstadt und einem Dorf.

Der Umgang mit den Kriegerdenkmälern in der Großstadt

Als Beispiel für eine Großstadt soll ein Bezirk in Berlin dienen. Es handelt sich um Pankow, allerdings vornehmlich in seiner Ausdehnung bei Eingemeindung in Groß-Berlin 1920. 1986 mußte der Bezirk drei von bis dahin neun Ortsteilen abtreten. Seit 2001 ist der nunmehrige Großbezirk wieder mit diesen Ortsteilen vereint und umfaßt noch drei weitere. Dabei bestehen die beiden ehemaligen Bezirke Pankow und Weißensee aus 9 bzw. 2 ehemaligen Dörfern - heute Ortsteilen -, der Bezirk Prenzlauer Berg ist im Zuge der Berliner Stadterweiterung entstanden.
Bis zum 1. Weltkrieg stand nur im Dorf Pankow ein 1873 errichtetes Denkmal für 1870/71. Über Denktafeln in den Kirchen sowohl von Pankow als auch von den anderen Kirchen ist keine Kenntnis überliefert. Nach dem 1. Weltkrieg und der Eingemeindung wurde in jedem ehemaligen Dorf und nunmehrigen Ortsteil des Berliner Bezirks Pankow ein Kriegerdenkmal errichtet, im Ortsteil Pankow ein zweites. Vom Denkmal in Buch ist bekannt, daß es zwischen 1945 und 1947 abgerissen wurde und die Reste für das Fundament eines Sowjetischen Ehrenmals benutzt wurden. Das Denkmal in Blankenburg erfuhr das gleiche Schicksal 1945/46 auf russische Initiative, die Steine des Denkmals benutzte man in Berlin als Gehwegplatten. Vom Denkmal in Blankenfelde existiert noch der Grundkörper; aller Symbole und Tafeln beraubt, ist er heute fast unkenntlich als Teil der Friedhofsmauer als übergroßer Mauerstein verwandt. Von den anderen Denkmälern fehlt jede Spur.
Weiterhin gab es auf dem Straßenbahnhof Nordend ein sogenanntes Straßenbahner-Denkmal, ebenfalls ein Kriegerdenkmal mit den Namen der im 1. Weltkrieg gefallenen Straßenbahnern von diesem Hof. Es ist ebenfalls nicht mehr vorhanden. Letztlich gab es in der Pankower Oberrealschule eine Tafel der gefallen Lehrer und Schüler des 1. Weltkrieges, die nach dem 2. Weltkrieg verschwand. Das Realgymnasium hat seinen gefallenen Lehrern und Schülern ein Denkmal in anderer Form gesetzt. Es erschien in Form eines zweibändigen Buches und ist wenigstens in einem Exemplar nachweisbar. 
Für den 2. Weltkrieg gibt es eine Gedenktafel. Sie wurde am 1. 12. 1946 von der katholischen Gemeinde in Buchholz außen an der Kirche angebracht und eingeweiht. Auf der Tafel sind die 39 gefallenen Soldaten der Gemeinde namentlich benannt. Dies ist das einzige noch existierende Kriegerdenkmal des Bezirks, 12 der bekannten sind verloren. Jedoch wird es insbesondere in den Schulen und Behörden weitere Tafeln gegeben haben.
Dazu kommen noch zwei Sowjetische Ehrenmale, das große in der Schonholzer Heide, gleichzeitig Ehrenfriedhof, und ein kleines am Bucher Schloßpark, auf die am Schluß noch einmal eingegangen wird.
Somit kann Pankow auf eine hohe Denkmalsdichte und außer einem Regimentsdenkmal, da Pankow nie eine Friedensgarnison hatte, auf jeden Typ eines Kriegerdenkmals verweisen.
Nach 1990 haben sich in Pankow mehrere Geschichtsvereine gegründet. Von diesen Vereinen gingen Initiativen aus, alte Denkmäler zu finden und wieder aufzubauen. Z. B. in Buchholz wurde vermutet, daß der große Findling einfach nur an Ort und Stelle eingegraben wurde. Zu einer systematischen Suche kam es nicht, nur mögliche Stichproben brachten kein Ergebnis. Ein Verein hat im Rahmen einer Ausstellung zur Geschichte des Bezirks auch die Kriegerdenkmäler dokumentiert. Weitere Initiativen gab es nicht. Überhaupt ist die ehemalige Existenz von Kriegerdenkmälern im Bezirk heute weitgehend unbekannt.
Als 1997 das Bucher Ehrenmal von Grund auf für ca. 200000 Mark saniert wurde, schlug man die Bitte nach der Suche von Resten des Bucher Kriegerdenkmals im Fundament mit dem Hinweis aus, daß dafür kein Geld vorhanden sei. Vorher war bereits die Panke, ein kleiner Fluß, der durch den Bezirk und Bucher Schloßpark fließt, ergebnislos durchsucht worden.
In den anderen Ortsteilen ergibt sich ein ähnliches Bild. Das Kriegerdenkmal in Weißensee wurde im Krieg stark zerstört und danach abgerissen. Im Ortsteil Malchow ist im Krieg die Kirche zerstört worden, über ein Kriegerdenkmal ist nichts bekannt. Denkmalsinitiativen gab es nach 1990 nicht.
Im Ortsteil Prenzlauer Berg ist die Situation noch schwieriger. Da der ehemalige Bezirk als Stadterweiterung entstanden ist, kann es keine Denkmäler für die Befreiungs- oder Einigungskriege geben. Für den 1. Weltkrieg wäre das möglich, es konnte im öffentlichen Raum aber kein Denkmal nachgewiesen werden. In der Gethsemane-Kirche befand sich ein Kriegerdenkmal mit einer Plastik in der Mitte. Das Ensemble existiert nicht mehr, die Plastik, die sich noch immer und nun an zentraler Stelle in der Kirche befindet, ist nicht mehr als ehemaliger Teil eines Kriegerdenkmals erkenntlich. Vermutlich fand die Ehrung der Toten also in den jeweiligen  Kirchengemeinden statt. Der Prenzlauer Berg, bekannt als „Szene-Bezirk“, ist aber der einzige der drei Bezirke, der keinen Geschichtsverein hat. Das Interesse am Bezirk, insbesondere der neuerlich Zugezogenen, scheint heute weniger bei der Geschichte und damit auch nicht der ehemaligen Kriegerehrung zu liegen.
Somit läßt sich für die Großstadt verallgemeinern, daß das Interesse an Kriegerdenkmälern vergleichsweise gering ist. Nur in Bereichen, wo eine gewisse regionale Identität erhalten geblieben ist, wie den Ortsteilen der Randbezirke, ist nach 1990 ein neues Interesse spürbar geworden.
Etwas anders sieht es bei den Regimentsdenkmälern aus, die eine größere Bedeutung für die Gesamtgeschichte der Stadt haben. Allerdings gab es, im Gegensatz zum westlichen Teil der Stadt, im Osten nur sehr wenige Kasernen, in Pankow gar keine. Daher spielen sie keine Rolle. Doch ist das allgemeine Interesse an ihnen mehr noch gewachsen, als an den Gemeindedenkmälern. Ein gutes Beispiel dafür ist Potsdam, in dem seit 1990 bereits eine Anzahl dieser Denkmäler restauriert, wiederaufgestellt oder sogar neu geschaffen wurde. So z. B. 1999 insbesondere auf Initiative von ehemaligen Angehörigen ein Denkmal für die Gefallenen der Heeres-Unteroffizierschule. Unterstützung kam von der Bundeswehr und den örtlichen Vereinen. Allerdings muß hier das überregionale Interesse erwähnt werden. Es folgten weitere Denkmäler, so z. B. die beiden für die Gefallenen des Garde-Jäger-Bataillons. Doch scheint das Interesse besonders der Bevölkerung in den Fällen der Regimentsdenkmäler eher auf die allgemeine Geschichte der Stadt gerichtet. Die Denkmäler gehören zur Stadt und zum Stadtbild wie früher die Soldaten. Mit der ursprünglichen Aussage, der Trauer um die Gefallenen und dem Ruhm des Regiments, verbinden die wenigsten noch etwas.
Allerdings werden diese Regimentsdenkmäler von Traditions- und Geschichtsvereinen durchaus genutzt, um zu Jubiläen oder an Feiertagen Kränze niederzulegen. Auch das kann als spürbarer Wandel in der Zeit nach 1990 angesehen werden. Allerdings darf dabei der Einfluß von Vereinen und Kameradschaften aus den westlichen Bundesländern nicht übersehen werden. Insbesondere in Potsdam ist dieser außerordentlich stark.

Ein Beispiel für die Wiedererrichtung eines Kriegerdenkmals in einer Kleinstadt

Oranienburg ist eine Kleinstadt in der Nähe Berlins. Sie besaß ein Kriegerdenkmal für 1870/71 vor dem Schloß. 1929 kam in unmittelbarer Nähe ein Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges hinzu. Es wurde von Professor Hermann Hosaeus geschaffen, besteht aus vier Teilen, die um die 1818 gepflanzte Friedenseiche zu Ehren der Befreiungskriege gruppiert war. Die Denkmalsinitiative kam vom örtlichen Kriegerverein, der auch einen Großteil der Mittel beschaffte. Außerdem existiert heute noch ein Kriegerdenkmal für den 1. Weltkrieg im eingemeindeten Ortsteil Sachsenhausen.
Beide Denkmäler wurden nach dem Krieg abgebaut, das für 1870/71 in den 60er Jahren, um ein anderes Denkmal an diese Stelle zu setzen. Es gilt als verloren. Das Denkmal für den 1. Weltkrieg wurde 1950 demontiert, da die Friedenseiche abgestorben war und sonst nicht gefällt werden konnte. Das Denkmal fand seinen Platz auf dem Friedhofsgelände.
Bereits 1987, zum 775. Jubiläum der Stadt, wurde vom Rat der Stadt der Beschluß gefaßt, das Denkmal wieder zu errichten. Allerdings kam es nicht dazu.
1996 wurde eine erneute Initiative von Seiten des Rathauses unternommen. Sofort meldeten sich auch Gegenstimmen, so daß sich der Bürgermeister genötigt sah, sich mit den Worten zu verteidigen, daß „die Aufstellung des Denkmals natürlich nicht im leisesten etwas mit dem Akzeptieren kriegerischer Handlungen zu tun“ habe.  Die Gegenargumente, die geltend gemacht wurden, waren u. a. die Geldknappheit, das Denkmal sei gegen den Europagedanken, es sei kitschig und ideenlos. Die schärfsten Kritiker kamen von seiten der PDS. Es waren dies die selben, die wenige Monate später, als das Luise-Henriette-Denkmal saniert werden sollte, immerhin der Namensgeberin der Stadt und der sie viel verdankte, dagegen argumentierten mit den Worten, es handle sich um ein „totes Zeitzeichen“.  Noch einmal verschärft wurde die Debatte durch einen Beitrag, der aus Berlin kam. Es hieß dort: „Bedauerlich sei besonders, daß dieses Denkmal vor einer Schule und in einer Stadt aufgebaut werde, in der die Nazis ein Konzentrationslager betrieben!“  Immerhin kam letztlich doch eine Mehrheit überein, das Denkmal wieder aufzustellen. Als Kompromiß sollte eine erklärende Tafel angebracht werden. Noch einmal zum Streit kam es bei der Einweihung des Denkmals. Der örtliche Schützenverein wollte antreten, ein Zapfenstreich sollte gespielt und ein Kranz niedergelegt werden. Wiederum kam es zu Protesten, der Bürgermeister entschied gemeinsam mit dem Schützenverein, auf alle Aktivitäten zu verzichten. So hielt lediglich der Bürgermeister eine kurze Rede und die Zeitung konnte einige zufriedene Bürger zitieren. Allerdings hatten auch vielleicht ein Dutzend Schüler aus dem Luise-Henriette-Gymnasium, vor dem das Denkmal aufgestellt worden ist, dagegen mit einem Plakat protestiert. Am folgenden Tag erschien ein Bild in der Zeitung mit dem Plakat, einer Hand voll Schüler und der Bildunterschrift über einen stattgefundenen „Protestaufmarsch“. Insgesamt jedoch ist das Denkmal von der Bevölkerung akzeptiert. In den folgenden Monaten war der Bürgermeister zu Gesprächen mit den Schülern in der Schule und 1997 wurde das Denkmal um die Tafel ergänzt: „Oranienburger Ehrenmal von Prof. H. Hosaeus Berlin. Historischer Standort von 1929 - 1950 Schloßplatz, die Friedenseiche von 1818 umschließend. Hier als Denk- und Mahnmal 1996 wieder errichtet.“
Ähnlich verläuft es in vielen Kleinstädten. Die Wiedererrichtung ist von der Bevölkerung durchaus akzeptiert. Die Initiative dazu kommt zwar von verschiedenen Seiten, aber nach mehr oder wenig heftiger Diskussion wird das Denkmal wiedererrichtet oder saniert. In manchen Fällen wird sogar ein altes abgebaut und durch ein gänzlich neues ersetzt, so das in Märkisch Buchholz, oft werden die Denkmäler durch ergänzende Tafeln versehen. Der Text dieser Tafeln ist aber nicht immer so gelungen in seiner sachlichen und klaren Aussage, wie der in Oranienburg. Dies trifft aber auch für die Dörfer zu.

Kriegerdenkmäler im dörflichen Umfeld

Als Beispiel dafür soll Hakenberg im Landkreis Ostprignitz-Ruppin dienen. Der Ort war Schauplatz der Schlacht bei Fehrbellin 1675, in der der Große Kurfürst die Schweden zurückschlug. Zumindest für die brandenburgisch-preußische Geschichte ein bedeutender Sieg. Der Ort besitzt in Gedenken an die Schlacht ein großes Memorialdenkmal in Form eines Turmes, der 1879 eingeweiht wurde. Die Initiative zum Bau kam vom damaligen Kronprinz Friedrich Wilhelm, dem späteren Kaiser Friedrich III., bezahlt wurde es aus dem Fonds Kaiser Wilhelm I. Außerdem befindet sich in der Nähe ein kleines Denkmal aus dem Jahre 1800, das Friedrich Eberhard von Rochow mit Genehmigung des Königs Friedrich Wilhelm III. errichten ließ. Diese beiden stehen unter Denkmalschutz und wurden vorrangig mit Landesmitteln restauriert, letzteres erst 2002. Der Turm ist in der Gegend ein wichtiger Besuchermagnet, vor allem von Tagestouristen aus Berlin. Als solcher wird er auch von der Bevölkerung wahrgenommen, aber natürlich auch mit gewissem Stolz.
Das Dorf selbst liegt neben der Hauptstraße und wird von den Touristen kaum besucht. Während der Zeit der DDR waren in der Kirche alle Kriegerehrungen auf den Boden der Kirche verbannt, das Kriegerdenkmal für den 1. Weltkrieg hingegen blieb unangetastet, aber auch ungepflegt, auf dem alten Friedhof auf dem Anger vor der Kirche stehen. Die Initiative zur Restaurierung des Denkmals kam hier von einem aus den westlichen Bundesländern Zugezogenen.  Beim örtlichen Kirchenältesten fand er offenes Gehör. Dieser kümmert sich bereits seit Jahren um die Kugelsammlung des Kantors Peters, die dieser 1875 angelegt hat. Es handelt sich um eine Nische im Kirchturm, in der sich 42 Kanonenkugeln vom Schlachtfeld befinden. Das Interesse an dieser historischen Novität ist im Dorf gering.
Vom Kirchenältesten waren bereits in der Kirche die Kriegerehrungen wieder aufgehängt worden. Dazu zählte eine in diesem Fall sogar gußeiserne Tafel für die Gefallenen der Befreiungskriege, eine gußeiserne Tafel für 1870/71 in Form eines Eisernen Kreuzes und 3 Glaskästen mit den Namen der Mitkämpfer und soweit vorhanden auch den Orden und Auszeichnungen. Allerdings waren die Orden, darunter allein 5 Eiserne Kreuze von 1813 von erheblichem Wert, einige Jahre vorher von einer Schulklasse geplündert worden. Außerdem wurde in der Kirche ein von den zurückgekehrten Soldaten des 1. Weltkrieges gestifteter Kronleuchter wieder aufgehängt.
Die Kosten der Sanierung des Kriegerdenkmals waren auf 10000 Mark geschätzt worden. Die Kommune in Person des Bürgermeisters fühlte sich nicht zuständig, da das Denkmal auf Kirchenland steht, bot aber schließlich 2500 Mark an. Mit einem weiteren Helfer sanierten schließlich die Initiatoren das Denkmal in Eigenleistung selbst. Interessierte Zuschauer gab es einige im Dorf, zugefaßt hat keiner. Von den 2500 Mark bekamen die drei später 1000, die sie für neue Kirchenfenster stifteten. Die Initiative, eine Tafel für die Opfer des 2. Weltkrieges ergänzend anzubringen, ist bisher gescheitert. Es gibt eine Liste der Gefallenen, der Pfarrer weigert sich aber, eine namentliche Liste anzubringen, da die Möglichkeit besteht, daß jemand vergessen worden sein könnte.
Dieses Beispiel steht auch dafür, wie unterschiedlich Denkmäler unter touristisch-kommerziellem Aspekt behandelt werden. Für das Denkmal der Schlacht bei Fehrbellin ließ sich Interesse wecken und damit auch Geld beschaffen, für das Kriegerdenkmal im Dorf nicht.

Die sowjetischen Ehrenmäler

Eine Besonderheit stellen die über 600 Ehrenmale und Ehrenfriedhöfe für die Soldaten der Roten Armee dar. Mit ihrer Errichtung wurde meist schon 1945 begonnen. Neben den großen Gedenkstätten in Berlin-Treptow und Berlin-Schönholz (Pankow), auf den Seelower Höhen, Landkreis Märkisch Oderland, gibt es viele kleine Ehrenmale, die ursprünglich häufig bei Soldatengräbern errichtet worden waren. Einige der Gräber sind jedoch in den Jahren danach umgebetet worden. Viele dieser Ehrenmäler stehen unmittelbar neben oder anstelle der alten deutschen Kriegerdenkmäler. Alle diese russischen Ehrenmäler stehen auf den Denkmallisten und sind vertraglich und durch das „Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft“ geschützt. Ihr Zustand ist allerdings nicht selten sehr schlecht. In Bernau bei Berlin wurde das Kriegerdenkmal für die Befreiungs- und Einigungskriege restauriert, das sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindliche russische Ehrenmal befindet sich in denkbar schlechtem Zustand, der obere Teil des Obelisken muß gar durch Klammern notdürftig zusammengehalten werden. Auch in Kremmen, Kreis Oberhavel, befindet sich auf dem Marktplatz ein solches Denkmal. Es steht an der Stelle, auf der sich früher das Kriegerdenkmal für 1870/71 befand und der Baukörper ist dem alten Denkmal so ähnlich, daß im Kern des neuen, das alte Denkmal steckt. Für die dringend erforderliche Restaurierung ist kein Geld vorhanden. Doch viele Kremmener würden das Denkmal lieber entfernen lassen, was vom Brandenburgischen Kulturministerium jedoch abgelehnt wurde.
In den Großstädten ist die Situation etwas günstiger. Zwar herrscht der gleiche Mangel an den nötigen Mitteln für die Sanierung, doch gibt es starke Interessensvertretungen, die sich für die Ehrenmäler einsetzen. So konnte z. B. auf Initiative der „Berliner Freunde der Völker Rußlands e. V.“ 1997 das Ehrenmal in Buch, Bezirk Pankow, saniert werden. Die Kosten teilten sich der Bezirk und das Land, vertreten durch das Landesdenkmalamt.
Das Interesse in der Bevölkerung an diesen Ehrenmalen ist noch geringer, als an den deutschen Kriegerdenkmalen. Das gleichförmige Erscheinungsbild, oft ein einfarbiger Obelisk mit oder ohne roten Stern und die fehlende persönliche und kulturelle Bindung sowie die Nähe zur vergangenen DDR scheinen dies erklärlich zu machen.
In den meisten Fällen kommt also die Denkmalsinitiative in den Dörfern von Einzelpersonen. Dieser schließen sich mitunter der Pfarrer oder die Gemeinde an, aber nicht immer. Es ist möglich, für die Sanierung Fördermittel zu bekommen, der Rest muß durch Spenden und die Gemeinde getragen werden. Als Beispiel kann Gutengermendorf, Landkreis Oberhavel, gelten, wo im Amtsblatt 1992 für die Wiederaufstellung des Denkmals von 1928 für die Gefallenen des 1. Weltkrieges um Spenden gebeten wurde. Diese kamen auch, ca. 80 Prozent waren Fördermittel des Landes und das Denkmal konnte 1994 wiederaufgebaut werden. Auch hier war die Initiatorin eine Einzelperson, die außerdem die größte Spende beitrug.
Insgesamt aber ist das Interesse in den Dörfern an den Kriegerdenkmälern gering. In einem Dorf führte die Frage, ob und wo es denn ein Kriegerdenkmal gäbe, die auch nicht präzise beantwortet wurde, gar zu dem verständnislosen Kommentar: „Womit sich die Leute alles beschäftigen!“ Trotzdem findet man in vielen Dörfern frische Blumen am Denkmal. Immerhin ist die Verbindung zu den Denkmälern nirgends enger als in den Dörfern, in denen noch alteingesessene Familien einen Angehörigen in der Liste der Gefallenen finden. Genau diejenigen sind in der Regel die Initiatoren für die Pflege und Wiederaufstellung der Denkmäler.
An fast allen Orten, in denen die Kriegerdenkmäler restauriert wurden, bestand das Bemühen, auch den Gefallenen des 2. Weltkrieges gerecht zu werden. In einigen Fällen, wie z. B. in Langen, Kreis Ostprignitz-Ruppin, und Liepe, Landkreis Barnim, konnte eine namentliche Liste ermittelt und angebracht werden.

Neue Sicht auf alte Denkmäler

Die Aussage der Kriegerdenkmäler wird durch die Einheit ihrer Symbolik und Inschrift bestimmt, vom Standort unterstützt und ihre Wirkung durch die Aktivitäten, in die sie einbezogen werden, erst voll entfaltet. Im Laufe der Zeit ändern sich sowohl die Größe,  Symbolik und der Text als auch der Standort der Denkmäler und passen sich herrschender Ideologien an. Die ursprünglich bescheidenen Tafeln mit starkem religiösen Bezug nach den Befreiungskriegen werden zu großen, zentral stehenden Botschaftern des Revanchismus, zur Orten nationalistischer Aufzüge und Feiern. Nach 1945 verlieren die Kriegerdenkmäler mit dem Wandel der gesellschaftlichen Bedingungen ihre Bedeutung. Die neu errichteten russischen Denkmäler sind ein Versuch an die alte Denkmalskultur anzuknüpfen, jedoch ohne großen Erfolg.
Erst die Rückkehr der bürgerlichen Gesellschaft nach der Wende 1989/90 wird zur landesweiten Renaissance der Kriegerdenkmäler. Allerdings sind die Symbole und Inschriften inzwischen so sinnentleert, daß von den Denkmälern kaum noch ihre ursprüngliche Wirkung ausgeht. Letztlich ist aber jedes Denkmal der Interpretation des Betrachters unterworfen und dessen Bildungsstand und im Falle der Kriegerdenkmäler besonders sein historisches Wissen bestimmen die Botschaft des Denkmals. In einem Land, in dem auch in der aktuellen Diskussion der Krieg mehrheitlich entschieden abgelehnt wird, ist eine Mißdeutung und ein Mißbrauch der Denkmäler eher unwahrscheinlich, die Kriegerdenkmäler werden als Mahnung, denn als „Heldenverehrung“ verstanden. Dies zeigte sich auch in Gesprächen mit Personen, die sich für die Sanierung der Denkmäler einsetzten. Die Denkmäler werden als Teil der Regional- und Landesgeschichte und Zeugnis der Geschichte interpretiert. Insbesondere in den Dörfern sind aber persönliche Motive, sich für die Wiederherstellung des Denkmals einzusetzen, wichtig, sei es eigene Verwandte standen auf den Denkmal oder haben es ursprünglich errichten lassen.
Außer von einigen wenigen Regimentsdenkmälern, die aber einen Sonderfall darstellen, ist mir auch kein Fall bekannt, daß die Initiative der Wiedererrichtung eines Kriegerdenkmals von einem Soldatenbund oder einer Kriegerkameradschaft ausging. Daß sich die Interessengruppe an den Denkmälern geändert hat, spricht auch dafür, das sich die Sicht auf die Denkmäler verändert hat.
Der Prozeß der Wiederherstellung der Kriegerdenkmäler läuft durchaus nicht gedankenlos ab. Dies wird immer dann sichtbar, wenn die Denkmäler mit neuen Tafeln versehen werden, entweder als Ergänzung für die Gefallenen des 2. Weltkrieges oder besonders dann, wenn alte Inschriften nicht mehr vorhanden sind. Eine häufig zu findende Lösung sind Tafeln, die sich nach der Berliner Gedenkstätte in der Neuen Wache richten. Die Inschrift „Den Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft“, manchmal auch in leicht abgewandelter Form, ist unkonkret und umfaßt alle Opfer gleichermaßen und ungewichtet. Bleibt ohnehin zu fragen, wer alles mit „Opfer“ gemeint ist. In Oberlind, Kreis Sonneberg, wurde das Kriegerdenkmal des 1. Weltkrieges gar um eine Tafel ergänzt: „Den Opfern Stalinistischer Willkür u. Politischer Verfolgung von 1945 - 1989“  oder „Im Gedenken an die Opfer des Krieges und der Gewaltherrschaft 1933 - 1989“, in Dielsdorf, Kreis Sömmerda.
Hinter diesen Tafeln steht deutlich die Unsicherheit im Umgang mit der eigenen Geschichte und ihren Zeugen. Nur selten ist die sachliche Souveränität anzutreffen, von der die Oranienburger Tafel zeugt. Je konkreter Denkmäler in ihrer Form und mit ihren Text ihr Anliegen beschreiben, um so weniger Raum für Mißdeutungen ist gegeben und desto mehr kann sich der Einzelne damit identifizieren oder es zumindest wohlverstanden deuten. Im übrigen ist es nicht die nachträglich angebrachte, erklärende Tafel, die den Betrachter ein Denkmal verstehen läßt, sondern eher seine historische und politische Bildung. Der Weg, in der Schule mit den Schülern auch über Kriegerdenkmäler zu sprechen, sollte beispielgebend sein.
Die Vermischung unterschiedlicher Aussagen auf den Kriegerdenkmälern erscheint außerordentlich problematisch. Da wird neben das Kriegergedenken der an sich schon sehr unterschiedlich zu wertenden Kriege von 1813, 1864 - 1870/71, den 1. und den 2. Weltkrieg noch die Verknüpfung zu den Opfern gesucht. Nicht näher erläutert ist, ob es sich um die zivilen Opfer handelt oder die Soldaten, ganz abgesehen von der Nationalität der Opfer. Auch die Beziehung der Opfer zu Krieg auf der einen Seite und Gewaltherrschaft auf der anderen, macht die Aussage nicht deutlicher. Besonders problematisch wird die Aussage, wenn sie sich gegen den Totalitarismus wendet und das alte Kriegerdenkmal z. B. mit dem Stalinismus in Verbindung bringt. Auch die Verknüpfung der Zeit des Nationalsozialismus mit der Zeit der DDR ist in keiner Form angemessen.
Insbesondere wenn die alten Symbole und Inschriften nicht mehr vorhanden sind, sondern nur noch der alte Grundkörper, kann man nicht mehr von einer Wiedererrichtung des alten Kriegerdenkmals sprechen. Hier ist ein neues Denkmal entstanden. In den anderen Fällen wäre sicher ein eigenes Denkmal die würdigere und glaubwürdigere Form eines Denkmals gewesen.
Wünschenswert wäre in diesem Zusammenhang die Schaffung von Denkmalskommissionen, die sich aus kompetenten und unabhängigen Mitgliedern zusammensetzen, um sowohl im Umgang mit alten als auch in Hinsicht auf neue Denkmäler zu beraten. 
Es läßt sich zusammenfassen, daß nach der Wende 1989 die Möglichkeit, von staatlichen Zwängen frei und persönlich unabhängig, Geschichte zu interpretieren, dazu genutzt wurde, bisher Unerwünschtes nachholen oder Entferntes wiederaufbauen zu können. Dabei gibt es für den Bereich der Kriegerdenkmäler nur verhältnismäßig wenig Interesse, für die militärischen Memorialdenkmäler ein deutlich höheres. Dies erklärt sich aus der notwendigen persönlichen Bezogenheit zu den regional begrenzt wirksamen Kriegerdenkmälern oder dem das Denkmal umgebenden Raum. Die Memorialdenkmäler hingegen haben oft überregionale Aussagen und verbinden sich nicht selten mit wirtschaftlichen Interessen. Resultierend durch den wenig souveränen Umgang mit Geschichte in Deutschland kommt bei den Kriegerdenkmälern hinzu, daß die Wiederaufstellung negativ belegt ist und zu heftigen politisch oder gar tagespolitisch motivierten Kontoversen führen kann. Je größer die Bedeutung des Denkmals für die Kommune ist, desto weniger Einwände gibt es dagegen. Daraus ergeben sich Unterschiede im Umgang mit dem Denkmal und der Heftigkeit der Diskussion sowohl zwischen Dorf und Kleinstadt, mehr aber noch zwischen diesen beiden und der Großstadt. Ein Wandel nach 1990 im Dorf ist am wenigsten spürbar, da dort die Denkmäler am häufigsten die DDR-Zeit überlebt haben, oder aber die ganze Zeit wohlbehütet unter Bauern- und Kirchendächern bewahrt wurden. In den Großstädten waren die Reaktionen heftiger, was zum Abbau zahlreicher Denkmäler aus der Zeit der DDR führte, die Kriegerdenkmäler sind insgesamt aber zu bedeutungslos, um bei einem größeren Teil der Bewohner wirklich zum Thema zu werden. Die Schnellebigkeit der Großstadt und vor allem die hohe Fluktuation ihrer Bewohnerschaft tragen erheblich dazu bei. Lediglich in den Randbezirken, in denen die dörfliche Herkunft noch spürbar ist, scheint sich größeres Interesse bewahrt zu haben.
Bei der Realisierung der Denkmalinitiativen, die häufig von Einzelpersonen ausgehen, entstehen, nach der Lösung der finanziellen Schwierigkeiten, die Probleme immer dann, wenn das Denkmal nicht in unveränderter Form aufgebaut oder saniert wird, sondern Verlorenes ersetzt oder Neues hinzugefügt werden soll. Es gibt kein inhaltliches Genehmigungsverfahren und keine Institution, die zur Beratung in derartigen Fällen zur Verfügung steht.
Das Ergebnis zeigt sich in einer großen Anzahl sanierter, wieder errichteter und ergänzter Kriegerdenkmäler, besonders im ländlichen Raum. Insbesondere bei den Kriegerdenkmälern des 1. Weltkrieges wird es durch die Ergänzung häufig nicht geschafft, die dumpfe Verklärung der Aussage zu überwinden, sondern im Gegenteil, vage umrissener „Opferbrei“
erzeugt. Dem Verständnis historischer Vorgänge nutzt das nichts.
Wenn die Kriegerdenkmäler jedoch Teil des Beginns eines souveräneren und ausgewogeneren Umgangs mit unserer Geschichte sein sollten, könnten sie am Ende doch noch etwas bewirken.
Sicher interessant wäre der noch ausstehende Vergleich des Umganges mit den Kriegerdenkmälern nach 1945 in den östlichen und westlichen Bundesländern.


Literatur
  • Abshoff, Fritz: Deutschlands Ruhm und Stolz. Unsere hervorragendsten vaterländischen Denkmäler in Wort und Bild. Berlin: 1901.
  • Bach, Martin: Studien zur Geschichte des deutschen Kriegerdenkmals in Westfalen und Lippe. Frankfurt/M.: 1985.
  • Bachmann, Eduard: Die Völkerschlacht, das Völkerschlachtdenkmal und sein Erbauer Clemens Thieme. Leipzig: 1938.
  • Bischoff, U.: Denkmäler der Befreiungskriege in Deutschland 1813 - 15. Berlin: 1977.
  • Bloch, P.: Das Kreuzberg-Denkmal und die patriotische Kunst. In: Jahrbuch Stiftung preußischer Kulturbesitz, Band 02, 1973, S. 142-159.
  • Brandhoff, Herbert: Die Völkerschlacht und die Apelsteine. In: Zeitschrift für Heereskunde, Band 390, 62. Jg., 1998, S. 160-161.
  • Dank euch, ihr Sowjetsoldaten! Berlin: 1960.
  • Denkmale der Völkerschlacht. Leipzig: 1988.
  • Franz, Peter: Martialische Idole. Die Sprache der Kriegerdenkmäler in Thüringen. Eine landesweite Darstellung des Bestandes und eine kritische Analyse ihrer ikonografischen und verbalen Botschaften. Jena: (2001).
  • Gottschalk, Wolfgang: Ausländische Ehrenfriedhöfe und Ehrenmale in Berlin. Berlin: 1992.
  • Gottschalk, Wolfgang: Der Südwestfriedhof Stahnsdorf. Berlin: 1991.
  • Hagemann, Karen: "Mannlicher Muth und Teutsche Ehre". Nation, Militär und Geschlecht zur Zeit der Antinapoleonischen Kriege Preußens. (Krieg in d. Gesch., 8). Paderborn u. a.: 2002.
  • Hartmann, Hans und Ortrun: Völkerschlachtdenkmal Leipzig. Berlin, Leipzig: 1987.
  • Heimatkalender 2002 Königs Wusterhausen und Dahmeland. Königs Wunsterhausen: 2002.
  • Koch, Hans Jürgen (Hg.): Wallfahrtsstätten der Nation. Zwischen Brandenburg und Bayern. Frankfurt/M.: 1986.
  • Koselleck, Reinhart/ Jeismann, Michael (Hg.): Der politische Totenkult. Kriegerdenkmäler in der Moderne. München: 1994.
  • Kroitsch, Klaus: Napoleonschanzen und Kanonenkugeln. Pirna: 1987.
  • Lindner, Werner: Kriegerehrung. Mit besonderer Rücksicht auf Aufgaben und Lösungen in der Mark Brandenburg. In: Brandenburgische Jahrbücher, 5. Band, 1930, S. 49-82.
  • Lurz, Meinhold: Kriegerdenkmäler in Deutschland. Heidelberg: 1984-87.
  • Michalsky, Werner: Kreisdenkmalliste Seelow. Seelow: 1990.
  • Mosse, George L.: Gefallen für das Vaterland. Stuttgart: 1993.
  • Rehmann, Klaus: Den Schützern der Heimat zur Ehr, Inschriften auf Kriegerdenkmälern und Kriegsgräbern. (Rathenow): o. J..
  • Rehmann, Klaus: Der Toten Tatenruhm. Kriegerdenkmäler aus zwei Jahrhunderten. Rathenow: o. J..
  • Schobeß, Volker: Geschichte der Jägerwaffe - Denkmäler der Garde-Jäger in Potsdam wieder aufgestellt. In: Zeitschrift für Heereskunde, Heft 402, 65. Jg., 2001, S. 150-152.
  • Schobeß, Volker: Unteroffiziere kamen aus Potsdam. Bund ehemaliger Schüler der Heeres-Unteroffiziers-Schule weihte Gedenkstein in Eiche ein. In: Zeitschrift für Heereskunde, Heft 393, 63. Jg., 1999, S. 107-108.
  • Schon, Jenny: Gold gab ich für Eisen. Kriegerdenkmäler in Berlin. In: Berlinische Monatsschrift (Luisenstädtischer Bildungsverein), Heft 7, 6. Jg., 1997, S. 057-63.
  • Schulze, Manfred P.: Wiedereröffnung des Gedenkturmes für die Schlacht von Großbeeren. In: Zeitschrift für Heereskunde, Heft 403, 66. Jg., 2002, S. 030-31.
  • Valentin, Dieter: Das Völkerschlachtdenkmal. Ein Wahrzeichen von Leipzig. Leipzig: 1990.
  • Weinland, Martina: Kriegerdenkmäler in Berlin 1870 bis 1930. Frankfurt/M., u. a.: 1990.

Zurück